Salar de Uyuni – Von Chile nach Bolivien

Nach ein paar Tagen Akklimatisierung in San Pedro und der Umgebung wollten wir weiter nach Bolivien. Und natürlich nicht irgendwie, sondern durch die größte Salzwüste, die unser toller Planet zu bieten hat –  die „Salar de Uyuni“. Dieser Trip sollte ein Highlight unserer gesamten Reise werden.

Nach einiger Recherche online und in San Pedro vor Ort haben wir uns für den Anbieter World White Travel entschieden. Im Internet liest man von Horrorstories wie betrunken Fahrern, nicht ausreichender Verpflegung und vielem mehr. Das sollte uns hier hoffentlich erspart bleiben.

Tag 1: Grenzübergang, heiße Quellen und Flamingos

Am Morgen sollte unser Tourenanbieter uns zwischen halb 8 und 8 Uhr an der Unterkunft einsammeln. Wie nicht anders zu erwarten, wurde daraus dann erst nach halb 9. Hallo Südamerika. Mit 10 anderen Mitreisenden im Kleinbus fuhren wir zur Grenzstation in der Stadt, um aus Chile auszuchecken. Da waren wir wohl nicht die einzigen. Eine riesige Schlange Menschen erwartete uns am Grenzhäuschen mit  nur zwei Schaltern. Naja, also noch mal ne halbe Stunde warten.

Dann ging es endlich los und wir fuhren in Richtung bolivianische Grenze, die gar nicht weit entfernt liegt. In etwa einer Stunde ging es von 2400 m auf 4500 m. Hui, ganz schön dünne Luft plötzlich und der Wind lies uns ganz schön frösteln. Natürlich hieß es auch hier wieder warten auf den Stempel. Aber dann gab es erst einmal Frühstück –  juhu 🙂

Nachdem das Gepäck aller Zwölf auf zwei Geländewagen verteilt wurde, ging es aber wirklich richtig los. Unterwegs durch ziemlich unwegsames Gelände machten wir Stops an Spiegelseeen, von Vulkanen geformten, farbenfrohen Landschaften, Geysiren und sogar einer heißen Quelle, in der man baden konnte mit einem unbezahlbaren Ausblick inklusive. Irgendwie schon verrückt, dass auf über 4500 m über dem Meeresspiegel noch heißes Wasser aus dem Boden dringt.

Zum Mittagessen hielten wir in einem kleinen Dörfchen mitten im Nirgendwo der Anden. Dieser Ort sollte dann auch unser Nachtquatier werden. Nach einem guten Essen ging es dann noch einmal los zur „Laguna Colorado“, einem roten Salzsee, der ganze Kolonien Flamingos beherbergt. Die Farben explodierten regelrecht um uns herum. Saftgrünes Ufer, der rote See, hell weiße Inseln aus Sand und Salz im See und dann überall Flamingos und sogar ein paar Lamas. Absoluter Wahnsinn! Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Aber was vermissten wir unseren guten, alten Pajero und die Freiheit, die wir damit hatten 🙁 . Er wäre hier einfach perfekt! Auch wenn unsere Gruppe sehr nett war, ist man bei gebuchten Touren leider zeitlich immer sehr begrenzt und alles ist für einen durchgeplant. 20 Minuten hier, 5 Minuten dort, Pipipause und weiter. Neidisch schauten wir den wenigen, aber vorhandenen, Reisenden im eigenen Wagen nach.

Unsere erste Unterkunft war ziemlich basic, aber darauf waren wir eingestellt und es war voll in Ordnung. Geschlafen wurde im Vierbettzimmer. Heißes Wasser gab es nicht. Heizungen auch nicht, trotz der – 15 Grad in der Nacht. Aber es gab Schlafsäcke, zusätzlich ausreichend warme Decken und das Essen war auch gut. Kokatee sollte denjenigen, die Probleme mit der Höhe hatten, etwas Linderung verschaffen. Einige hatten damit am ersten Tag doch sehr zu schaffen. Uns ging es aber beiden ziemlich gut.

Tag 2: Lagunen, noch mehr Flamingos, ausgesetzt in der Wüste und unglaubliche Zufälle

Die Nacht war erstaunlich warm, trotz der Kälte draußen. Nach einem guten Frühstück ging es dann wieder über holprige Pisten durch die Wüste. Vorbei an interessanten freistehenden Steinformationen, Seen mit ein paar wenigen Flamingos und noch mehr Lamas hielt unserer Fahrer mitten im Nichts an. Egal wohin man blickte, nur trockene Wüste und am Rand ein paar schneebedeckte Berge. Schon ein unwirklicher Anblick! Größer kann der Kontrast wohl kaum sein. Unser Fahrer erklärte uns, wir sollten eine gewisse Richtung einschlagen – und zack, weg war er. Welch eine Stille! Also liefen wir durch die endlos wirkende Wüste, bis wir nach ca. 20 Minuten wieder eingesammelt wurden.

Unser Mittag bekamen wir an einer tollen Lagune, die wieder mit reichlich Flamingos besiedelt war. Während unser Guide das Essen vorbereitete, hatten wir reichlich Zeit diese tollen Tiere zu beobachten. Auf dem Weg zu unserem Nachtlager in San Juan hielten wir u. a. noch an mehr oder weniger interessanten Bahngleisen, mitten in einer kleinen Salzwüste, die für den Transport von Mineralien nach Peru dienen.

Einen durchaus besseren Eindruck erweckte dann aber unsere Unterkunft für die zweite Nacht. Zum Großteil wurde die nämlich aus Salzblöcken erbaut. Also alle Wände, der Boden und sogar Tische und Bänke sind hier aus Salz. So einmalig der Anblick ist, so trocken ist aber auch die Luft. Nicht das die Außenluft sowieso schon nur um die 10 % Luftfeuchtigkeit hat, umso trockener war die Nacht in unserem Zimmer. Nasenschleimhäute und Lippen sind mittlerweile ziemlich ausgetrocknet.

Die Welt ist ein Dorf. So wie der Zufall es wollte, trafen wir doch tatsächlich noch mitten in der Wüste in der selben Unterkunft auf Lisa (entfernter Verwandschaftskreis) und ihren Freund David. Wir wussten, dass die beiden zurzeit durch Südamerika reisen und etwa zur selben Zeit die gleiche Tour in entgegengesetzter Richtung starteten. Doch das man sich tatsächlich noch in der selben Unterkunft trifft, damit hat wohl niemand gerechnet. Wir hatten noch einen tollen gemeinsamen Abend bis in die Nacht mit vielen Gesprächen. (Danke noch mal für die ganzen Informationen 🙂 )

Tag 3: Salar de Uyuni und zurück in die „Zivilisation“

Nach einer kurzen Nacht für uns war das Auto um 20 vor 6 Uhr am Morgen wieder gepackt. Wir wollten zum Sonnenaufgang in der Salzwüste sein. Tja, unserer Fahrer ist wohl nicht so der Morgenmensch, oder hat eine andere Vorstellung, wenn man irgendwo den Sonnenaufgang beobachten möchte. Wir erreichten das Ziel in dem Moment, wo die Sonne am Horizont aufstieg. Man könnte jetzt meinen, genau richtig, aber jein. Schließlich beginnt die Morgendämmerung schon wesentlich eher mit ganz vielen tollen Farben, die wir leider verpasst haben. Wir waren schon ein bisschen geknickt. Besonders weil der Ort an dem wir den Sonnenaufgang erlebten, noch knöcheltief mit Wasser bedeckt war, sodass sich der Himmel im Wasser spiegelt. Aber trotzdem: was ein Anblick! So etwas haben wir noch nie erlebt!

Um den Moment festzuhalten sind Sandra und ich mit Flip Flops in das kalte Wasser gestiegen. Nein, eigentlich war es nicht kalt. Es war eisig! Mit dem hohen Salzgehalt, kann es ja schließlich unter 0°C immer noch flüssig sein. Wir hielten es nur wenige Minuten aus, bevor die Füße nur noch weh taten und wir schnell ins Auto zurück geflüchtet sind.

Weiter ging es nun raus aus dem gefluteten Teil. Wir hatten das Glück die Salzwüste am Ende der Regenzeit mit und ohne Wasser zugleich zu erleben. Und was steht mitten in der Wüste? Eine Insel! Genauer gesagt, eine Insel bestehend aus versteinerten Korallen, die mit riesigen Kakteen bewachsen sind. Schon eine seltsame Vorstellung, dass dieser Teil in nun fast 4000 m Höhe mal Teil des Ozeans war.

Weiter hinaus ins Zentrum der flachen Salzwüste, verschwamm der Hintergrund und somit auch jegliche Wahrnehmung für Größenrelationen. Dies ermöglichte uns den großen Spaß, die Realität ein bisschen auszutricksen und lustige Fotos und Videos zu machen. Gar nicht so einfach, wie gedacht!  Unserer Fahrer war uns leider keine große Hilfe und machte stattdessen ein Nickerchen. Doch auch wir schafften zum Schluss ein paar tolle Aufnahmen.

 

Von hier ging es nur noch zu einem kleinen Zugfriedhof bei Uyuni, bevor die Tour dann im Stadtzentrum endete. Uyuni selbst, ist eigentlich kein wirklichen Besuch wert und dient eher als Ausgangspunkt für die Tour von bolivianischer Seite und für uns zur Weiterreise nach La Paz.

Was eine Tour! Die Landschaften hier sind einfach einmalig schön. Davon werden wir wohl noch lange schwärmen. Und World White Travel können wir wirklich empfehlen, wenn man sich nicht mit eigenem Gefährt auf den Weg machen möchte. Es war alles in  bester Ordnung und wir haben uns gut aufgehoben gefühlt.

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